Mit ihrem innovativen Videoprojekt „Mascon: A Massive Concentration of Black Experiential Energy“ stellt die Otolith Group das filmische Vermächtnis berühmter senegalesischer Filmemacher neu dar und kontextualisiert es neu, um ein neues Licht auf die unerforschten Möglichkeiten einer vereinten panafrikanischen Bewegung zu werfen.
Ausgehend von der Dynamik, die durch die frühere Hyde Park-Vorführung „Nucleus of the Great Union“ ausgelöst wurde, die die ghanaische Befreiung durch die Linse der Fotografie von Richard Wright untersuchte, versucht „Mascon“ nun, eine tiefere Verbindung zwischen der Populärkultur und den Komplexitäten der Geschichte herzustellen.
Ein cineastischer Remix
Mit einer bewussten Verschmelzung von Fiktion und Internationalismus schafft Otolith ein Videokunstwerk, das Szenen aus ikonischen Filmen von Ousmane Sembène und Djibril Diop Mambéty ihrer lokalen Spezifität beraubt, um die latenten Kräfte der darin enthaltenen schwarzen Erfahrungsenergien freizulegen.
Otolith treibt dieses Rätsel noch weiter voran. Der Film verlagert sich von dem Versuch, verschlüsselte Bedeutungen zu verstehen, in eine völlig andere Sphäre – eine, in der wir nicht einmal mehr erkennen, was wir uns ansehen.
Durch die Überlagerung von Szenen aus diesen Filmen enthüllen die daraus resultierenden Palimpsestbilder die komplizierten Beziehungen zwischen der Präsenz des Schauspielers, der Kameraperspektive und der umgebenden Lebenswelt und unterstreichen die Bedeutung alltäglicher Handlungen wie Arbeit, Liebe und sozialer Ökonomien der Pflege.
Eine Blaupause für den Planeten
Otolith konzentriert sich auf die Gesten, die Grammatik und die Bewegungen des Films und entwirft eine Blaupause für das Planetarische, indem er die Art von Welt hervorhebt, die im Bild enthalten ist und die „die grenzenlose Vorstellungskraft des Cine-Sahel hervorruft“.
Der Betrachter muss sich mit dem auseinandersetzen, was er eingefangen hat und was ihm beim Übergang vom Drehbuch zur Leinwand entgangen ist.
Der Traum von einem grenzenlosen afrikanischen Sensorium wird angeboten, entdeckt und neu erschaffen, indem ein bestehendes historisches Archiv abgetragen wird. Wenn der Betrachter in diese Vision eintaucht, ist er eingeladen, ein tiefes Gefühl der Beunruhigung zu erleben, das aus der Gegenüberstellung von Ordnung und Unordnung resultiert.